5. Juni 2013

05.06. - Tagebuch

Frau Brüllen hatte die Idee an jedem 05. des Monats mal aufzuschreiben, was man so den ganzen Tag so tut. Hier kommt der Bericht über meinen nicht ganz normalen Mittwoch.

Als gegen 5 Uhr die nascht für mich vorbei war (der ein oder andere dienstliche Gedanke verhinderte das Weiterdösen), stahlen sich doch tatsächlich ein paar Sonnenstrahlen über den Horizont. Endlich Sonne! Ich weiß nicht seit wie vielen Tagen.
Nach der üblichen Morgenroutine (Bad, Frühstück für die family, aus dem Bett werfen der Waldkinder) schlage ich gegen 7 Uhr im Büro auf.
Schnell noch ein paar Vorbereitungsarbeiten für den 9-Uhr-Termin. Der Streit um Stellen wird mich wohl noch eine Weile beschäftigen.
Eine Kollegin, der wir eigentlich noch zum Geburtstag gratulieren wollten, ruft an, dass ihr Auto nicht anspringt. Da die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gerade rosig ist, wird sie heute wohl nicht ins Büro kommen.
Der Gesprächstermin lässt mich mit einem mulmigen Gefühl zurück. Der Berg an Arbeit wächst vor meinem inneren Auge. Aber es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Um 13 Uhr ist für mich heute ausnahmsweise schon mal Büroschluss. Im Kindergarten des kleinen Waldkindes ist Tag der offenen Tür und es werden Helfer benötigt. Nachdem wir ab September zwei Schulkinder haben, war es noch einmal Gelegenheit "Danke" zu sagen.
Zu zweit bringen wir Kaffee und selbst gebackenen Kuchen unter die Menschen.
gegen 16 Uhr mache ich mich wieder auf den Weg. Es steht noch die Vorstandsitzung im Verein an. Das kleine Waldkind bleibt unter der "Aufsicht" des Försters, der zwischenzeitlich auch eingetroffen ist.
Im Büro des Vereines noch schnell ein paar Finanzdinge für unsere Bürokraft klären. Die Sitzung wird voraussichtlich kurz ausfallen, da zwei Mitglieder nicht können (1x Hochwasser, 1x Nachtschicht als Hebamme). Es stehen auch nicht viele Punkte auf der Tagesordnung. Lediglich der Haushalt bereitet uns noch Kopfzerbrechen. Als eine Freundin, die vom Hochwasser betroffen ist und die Unterstützung des Försters braucht, anruft und ich ihn auf dem Handy nicht erreiche brechen wir das ganze abrupt ab. Ich steige ins Auto, um ihn gegebenenfalls noch im Kindergarten aufzugabeln. Unterwegs ruft er zurück. Ich mache noch einen Schlenker bei uns zu Hause vorbei und hole Gummistiefel.
Die Waldkinder (auch das große hat seinem alten Kindergarten noch einen Besuch abgestattet) sind zum Glück schon mit Bratwurst abgefüttert. So fährt der Förster zum Möbelschleppen und ich mit den Waldkindern heim.
Zu Hause geht es für sie unter die Dusche. Die obligatorische Schminke muss auch noch abgerubbelt werden. Nach Peter Pan und ein paar Seiten aus "Wind in den Weiden" sollte eigentlich Ruhe im Karton sein. Bücher wären allerdings erlaubt. Leider muss ich die Waldkinder heute zweimal daran erinnern.
Als ich am Kücheaufräumen bin, kommt der Förster wieder heim. Die Freundin hat noch einmal Glück gehabt. Das Wasser stand zwar rund ums Haus, allerdings hielten die Türen dicht. Es drückte nur Wasser durch das Mauerwerk bzw. die Bodenplatte. Damit blieben sie vom Schlamm verschont. Jetzt heißt es nur noch Daumendrücken, dass das Haus ohne größere Probleme wieder trocken wird.
Schnell noch eine Maschine dunkle Wäsche angeworfen und noch ein kurzes Telefonat mit der Freundin.
Nun tippe ich den Post hier noch und verschwinde dann ins Bett. Der Förster ist schon auf dem Sofa eingenickt.

Alle Teilnehmer findet ihr bei Frau Brüllen.

Kommentare:

mamafuer4 hat gesagt…

Schön das du auch wieder dabe bist. Drücke deiner Freundin die Daumen für Ihr Haus. Mensch, was für eine Katastrophe. LG Bibi

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Hoffentlich blieb es so, und das Haus ist einigermassen trocken geblieben. Es ist so viel Unglück mit diesem Hochwasser hier und da und dort entstanden.
Wir konnten "nur" 2 Tage nicht von hier weg, das Gefühl war schon ungut. Aber wenn ich lese wie viele Menschen alles verloren haben macht mich das ganz traurig!
liebe Grüsse
Elisabeth