1. September 2011

Fototour Chemnitz

Hier hatte ich ja schon kurz von meiner Fototour durch Chemnitz berichtet. Die Kinder weilten schon mit den Großeltern auf Bornholm, so dass ich kein schlechtes Gewissen haben musste, als ich mich mit der großen Kamera bewaffnet aufs Rad schwang und für den Nachmittag verschwand. Die Idee einer solchen Tour geistert seit dem Bloggertreffen im April bei Paradalis in meinem Kopf herum. Einige Bloggerinnen hatten ausgerechnet die öden und schmuddeligen Ecken von Chemnitz kennengelernt und dieses Bild möchte ich gern wieder etwas gerade rücken.
Heute schaffe ich es endlich, Euch auf diese Tour mitzunehmen.
Kurz nach dem Start an der Försterei trifft man auf eine der vielen grünen Oasen der Stadt Chemnitz.














Die Pelzmühle (mit Pelzmühlenteich) und der angrenzende Tierpark sind schon seit ewigen Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel für die Chemnitzer.


Direkt neben dem Tierpark befindet sich dieser wunderschöne Spielplatz. Die Waldkinder würden bei schönem Wetter am liebsten jeden Nachmittag dort verbringen. Der einzige Nachteil: Durch die Tierfiguren hat man die Kinder von den Bänken aus nicht immer im Blick. Hat schon zu manchem Anflug von Panik geführt.












Die gegenüber befindliche Pergola mit Blumenbeeten wurde vor ein paar Jahren endlich wieder saniert und erstrahlt nun wieder in alter Schönheit. Leider hat das Geld für den alten Springbrunnen wohl nicht gereicht.















Die Stadtteile Rabenstein und Reichenbrand waren aufgrund ihrer Stadtrandlage schon immer Wohnsitz der besser gestellten Bevölkerung. Entsprechende Häuser findet man heute dort.



















Zu Zeiten der Industriakisierung gab es noch keine strikte Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten. Die Firmenbesitzer wohnten meistens in der Nähe. Deshalb findet man neben den tollen Häusern auch die Reste verschiedener Chemnitzer Firmen und Chemnitz war schon immer eine Industriestadt (nicht umsonst heißt es auch sächsisches Manchester oder Ruß-Chems).
An der Grenze von Reichenbrand und Siegmar hatte diese Firma ihren Sitz:












Von der langen Geschichte zeugen heute nur noch die Reste des Firmengeländes.












Das Gebäude an der Straße wude saniert und im Erdgeschoß werden sogar noch Fahrräder (auch der Marke Diamant) verkauft. Ein weiteres Gebäude nutzt die daneben liegende Tischlerei von Sebastian Schulz (hat unteranderem den Innenausbau der Dresdner Frauenkirche übernommen) genutzt. Der Rest des Geländes ist zum Teil abgerissen bzw. verfällt.












Das ist das Problem  von Chemnitz (aber wohl nicht nur von Chemnitz). An vielen Ecken war nach der Wende kein Geld da, bestimmte Dinge zu erhalten bzw. entsprechend nachzunutzen, so dass es eine Reihe von Ruinen, leerstehenden Häusern und Baulücken in der Stadt gibt. Hier gab es wohl mal Überlegungen den Tierpark in diese Richtung zu erweitern. Aber leider fehlt der Stadt dafür das Geld.

In der nächten Etappe fahren wir dann weiter Richtung Stadtzentrum.

Kommentare:

theomix hat gesagt…

Als ich gestern den Kleinkusnstabend hatte, las ich auch meine Reisegeschichten zum Bloggertreffen. Hinterher zog mich eine Dame ins Gespräch, die auch aus Chemnitz kommt. Sie wunderte sich, was mich dorthin verschlagen hatte. ;) Und sie meinte, es wäre jammerschade um die Stadt. So wunderbare Museen, und niemand weiß das. Alles Geld sei nach Dresden geflossen. "Die Stadt hat kein Gesicht.", war ihr Resümee.

Daher danke ich dir für deine aufschlussreichen Beiträge! Leider hat die gute Frau kein Interesse an Internet et cetera...

Sigrid hat gesagt…

Die Dame hat leider nur allzu recht.
Aber es wird! In den letzten Jahren hat sich wirklich viel getan.